Handball in Roßdorf – Handbälle fliegen wieder, Neugründung der Handballabteilung

13. Mai 2026

Handball in Roßdorf – Handbälle fliegen wieder, Neugründung der Handballabteilung

Ein Zufall weckte die Handballer 1971 aus dem Dornröschenschlaf. Beim “Spitzenwirt” trafen Manfred Pfeiffer, Günther Kreisel und Bernd Witzel zusammen und unterhielten sich über sportliche Entwicklungen. Man beschloss, den Handball in Roßdorf wieder aufleben zu lassen. Am 17. Februar 1971 veröffentlichten sie im Roßdörfer Mitteilungsblatt einen Aufruf, dass sich Handballinteressierte am gleichen Tag abends im Gasthaus „Zum Sportplatz“ treffen. Neben dem Trio saß noch Klaus Schollenberger am Tisch. Der Grundstein wurde gelegt und die Taten folgten.

Am 11.03.1971 wurde die Handball-Interessen-Gemeinschaft gegründet.  Interessierte trafen sich am 13.03.1971 zum ersten Training auf dem Schulhof der Rehbergschule. Nach der ersten Mitgliederversammlung der IG-Handball am 29.04.1971 erfolgte die Aufnahme in die SKG Roßdorf als Untergruppe der Abt. Turnen und Leichtathletik.

Am 03.09.1971 konnte die erste Damenmannschaft gegründet werden. Der Gründung der Damenmannschaft erfolgte nicht zuletzt auf Betreiben von Wolfgang Ahrensmeier. Walter Keßler formierte in der Folge eine weibliche Jugend, die dann in den Jahren 1974/1975 Kreismeister in der weiblichen B- und C-Jugend wurden.

Ein Glücksfall zur rechten Zeit war die Einweihung des Bürgerhauses mit Mehrzweckhalle in Gundernhausen am 09.07.1971. Der damalige Bürgermeister von Gundernhausen, Gerhard Dittrich (Amtszeit 1971-1976), hatte ein offenes Ohr für das Anliegen der Handballer und ermöglichte ab September 1971 montags und donnerstags Training in der Halle.

Zwei Aktive- und eine Jugendmannschaft wurden für die Hallenrunde 1971/72 gemeldet. Die kompletten Verbandsspiele wurden in der Adolf-Reichwein-Schulsporthalle in Langen durchgeführt. Die erste Mannschaft wurde Meister in ihrer Runde und stieg in die nächsthöhere Klasse auf.

Ein weiterer Meilenstein aus der Gründerzeit begann im Frühjahr 1972. Mit Unterstützung der Gemeinde Roßdorf wurde auf dem Sportplatz am Schwimmbad ein Kleinfeld mit dem Maßen 20*40 Meter angelegt. Mit einem Kleinfeldturnier (Aktive und Jugend) wurde dieser Platz am 28.05.1972 eingeweiht.

Am 01.01.1973 wurden die Handballer als selbständige Abteilung in der SKG Roßdorf aufgenommen.

Das Sahnehäubchen für die Handballer war der Bau der Mehrzweckhalle (heute Rehberghalle, Einweihung 1973)) durch die Gemeinde Roßdorf. Mit dieser Halle vor Ort, die Heimspiele mussten nicht mehr auswärts ausgetragen werden, wurde das Fundament für die stetige, weitere Entwicklung der Roßdörfer Handballer gelegt.

Über die Jahre konnte die Jugendarbeit intensiviert werden. Im Jahr des 50-jährigen Jubiläums 1976 nahmen neben 3 Herren- und 1 Damenmannschaft insgesamt 4 Jugend-Mannschaften am Spielbetrieb teil.

Da die Spielfeldgröße der Rehberghalle nicht das internationale Maß von 20*40 Meter erfüllte, wurde ab der Saison 1978/79 nach einer entsprechenden Spielstätte gesucht. Der Landkreis Darmstadt ermöglichte, dass alle Heimspiele in der Sporthalle der Pfaffenberg-Schule in Nieder-Ramstadt austragen werden konnten.

Klaus Schollenberger ist der letzte der bei der Gründung Beteiligten, der noch am Leben ist.

SKG

Was waren für Dich entscheidenden Faktoren für den Erfolg der Wiedergründung?

Klaus Schollenberger:

Da gab es aus meiner Sicht fünf Glücksfälle. Wir hatten zwar einige alte Handballer reaktivieren können, hatten aber Spielermangel. Mein damaliger Nachbar, Erich Neugebauer, mit dem ich zum Thema Handball ins Gespräch kam, war Handballer. Er studierte an der Fachhochschule der Bundeswehr und motivierte über die Zeit 11 Studienkameraden, die Handballer waren, sich uns anzuschließen. In Kombination mit den Roßdörfern hatten wir dann eine schlagkräftige Mannschaft.

SKG

Das ist aber nur ein Glücksfall.

Klaus Schollenberger:

Ja, hinzu kam, dass wir ab dem Herbst 1971 im neuen Bürgerhaus in Gundernhausen Trainingszeiten erhalten haben. Ab dem Sommer 1972 konnten wir dann den von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Handballer errichteten Freiplatz nutzen.

SKG

Das war sicherlich hilfreich, hat aber die Hallensituation nicht verbessert.

Klaus Schollenberger:

Das stimmt, aber im April 1973 wurde die Mehrzweckhalle, heute Rehberghalle, eröffnet, was unsere Trainings- und Spielsituation wesentlich verbesserte.

SKG

Ok, wenn ich richtig zähle, fehlt da noch ein Glücksfall, oder?

Klaus Schollenberger:

Genau! Ich glaube, dass die Kameradschaft und der Wille, etwas zu bewegen, ein weiterer Erfolgsfaktor ist. Ich möchte das am Beispiel der Feier zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 1976 festmachen.  Vom 11. bis 13. Juni 1976 haben wir ein Festprogramm auf die Beine gestellt. Alle Handballer haben mit angepackt, um den Gästen im Festzelt auf dem alten Sportplatz drei schöne Abende zu bieten, ohne tagsüber unseren Sport zu vernachlässigen. Darauf können alle Stolz sein.

SKG

So groß werden wir die 100 Jahre Handball in Roßdorf nicht feiern. Wir hoffen aber, viele Handballer, Freunde, Gönner und Sponsoren zu unserer Feier am 20. Juni begrüßen zu dürfen. Wirst Du denn kommen?

Klaus Schollenberger:

Das lasse ich mir nicht nehmen!

Handball in Roßdorf – Handball in den 80ern und 90ern

Von: Harro Schattschneider