Handball in Roßdorf – Der Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg
13. Mai 2026
Handball in Roßdorf – Der Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg
Ende 1945 /Anfang 1946 trafen sich einige junge Leute, die unter der Leitung von Jakob Träxler Handball spielten. Es entstand eine A- und eine B-Jugend. Bald fanden sich auch wieder erwachsene Spieler, die den Handballsport aufleben ließen. Der Spielbetrieb wurde trotz aller Widrigkeiten des Neuaufbaus nach dem Krieg wieder aufgenommen.
In der Nachkriegszeit waren Bälle und Sportkleidung Mangelware. Sportkleidung wurde in Form von blauen Polohemden auf dem schwarzen Markt beschafft. Sportschuhe? Was tun? Nun, einige spielten barfuß, andere in Halbschuhen mit untergenagelten Stollen. Glücklicherweise konnten dann drei Paar von den Amerikanern zur Verfügung gestellte Footballschuhe in Größe 46 genutzt werden, die von einer Mannschaft zur anderen weitergegeben wurden.
Fahrten zu den Auswärtsspielen waren in der Regel Fahrradtouren. Nach Verbesserung der Lage in der Bundesrepublik Deutschland bekamen die Handballer Zulauf. Neben den Herren kämpften jetzt auch Damen um Punkte. Zwischenzeitlich nahmen für Roßdorf 2 Damen-, 2 Herren- sowie eine A-Jugend- und eine Schülermannschaft am Spielbetrieb teil. Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts ließ das Interesse nach. Besonders nachteilig wirkte sich ein Beschluss des Deutschen Handball Bundes aus, der Spiele und Turniere auf dem Kleinfeld nach Hallenregeln verbot. Die Möglichkeit, mit weniger Spielern anzutreten, konnte so nicht genutzt werden.
Ende der 50er-Jahre stellte die SKG aufgrund des Mangels an Spielern den Spielbetrieb ein.
Hans Bukatsch (Hennes) ist noch einer der verbliebenen Zeitzeugen. Mit ihm hat die Redaktion folgendes Gespräch geführt.
SKG:
Hennes, wie bist Du zu den Roßdörfer Handballern gekommen?
Hennes:
Ich habe in Gundernhausen Handball in der Jugend gespielt. Leider haben die Kriegsheimkehrer nicht wieder angefangen, so dass keine spielfähige Männermannschaft zu Stande kam. Deshalb bin ich dann in der Saison 1949/1950 zur SKG gewechselt.
SKG:
Was war in der Zeit das Schwierigste?
Hennes:
Die Fahrten zu den Auswärtsspielen. Irgendwann hatten zwei Spieler Motorräder. Sie haben dann die Fahrradfahrer mit einem Seil die Berge hochgezogen. Eine Fahrt mit der gesamten Mannschaft (11 Spielern) in einem 2-Takter-Kleinbus des Busunternehmens Rosignol ist mir besonders in Erinnerung. Da haben einige zwischen den Sitzen gelegen, damit wir nicht von der Polizei angehalten wurden.
SKG:
Was war in der Zeit gut?
Hennes:
Wir hatten eine tolle Kameradschaft und haben viel gefeiert.
SKG:
Wie hast Du die Einstellung des Spielbetriebs erlebt?
Hennes:
Walter Keßler und ich waren die jüngsten Spieler. Viele ältere haben aufgehört. Aufgrund des Mangels an Spielern hat sich die Abteilung entschieden, die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden.
SKG:
Hennes, vielen Dank für das Gespräch.
Handball in Roßdorf – Handbälle fliegen wieder, Neugründung der Handballabteilung
Von: Harro Schattschneider


















